Das Renn-Bobby Car

Wer kennt ihn nicht, den roten kleinen Flitzer mit den vier lauten Kunststoffrädern und der großen roten Hupe in der Mitte des weißen Lenkrads?! Das Bobby Car ist ein Klassiker unter den Spielzeugen für kleine Kinder. Doch am 13. Juli 2013 werden 17 Schülerteams auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Bielefeld unter Beweis stellen, dass in dem Gefährt noch viel mehr Potential steckt. Beim „Bobby Car Solar Cup“ geht es darum ein funktionsfähiges und möglichst schnelles Fahrzeug zu entwickeln, das durch Solarkraft betrieben wird. Dabei werden die Schülerteams von einem oder mehreren Unternehmen aus der Region unterstützt. Mitte März fiel mit der Übergabe der Bausätze an die teilnehmenden Schulen der Startschuss für das Projekt. 

Eines der Teams sind die vier Schülerinnen Mizgin Tas, Hasret Kaya, Seda Aydin und Nurdilek Görgülü von der Marktschule Brackwede. Gemeinsam mit vier Auszubildenden der Gestamp Umformtechnik konstruieren und bauen sie ein funktionsfähiges und solarbetriebenes Renn-Bobby Car, das eine Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h erreichen kann.

Alle Schulen arbeiten mit den identischen Bausätzen und haben so die gleichen Grundvoraussetzungen. Die einzigen Vorschriften sind, dass einige Originalbestandteile, wie zum Beispiel der rote Fahrzeugkörper und das weiße Lenkrad mit Plastikhupe erhalten bleiben. Das Bobby Car muss bemannt eigenständig durch Sonnenkraft mit Hilfe der im Bausatz enthaltenen Akkus fahren. Doch darüber hinaus sind Ideenreichtum und eine gute technische Umsetzung gefragt.

„Für unsere Auszubildenden ist das ein interessantes Projekt, da sie selbst etwas entwickeln und bauen können und am Ende das fertige Ergebnis sehen“, so Christian Beitelhoff, Ausbildungskoordinator bei der Gestamp Umformtechnik. Die Einhaltung der Vorschriften wird einen Tag vor dem Rennen durch eine Fachjury kontrolliert und die Fahrzeuge genau unter die Lupe genommen.

Vitaly Schumick macht gerade eine Lehre zum Mechatroniker bei der Gestamp Umformtechnik und unterstützte die vier Hauptschülerinnen bei dem Projekt. „Im ersten Schritt haben wir erst einmal viele Idee gesammelt und dann diejenigen ausgewählt, die auch wirklich realisierbar sind“.  Unter anderem wurde das Fahrzeug mit Aluminiumprofilen und Keramiklagern ausgestattet. Darüber hinaus wurde ein neuer Anhänger gebaut.

Während die vier Auszubildenden Sebastian Dille, Rico Dannhoff, Henrik Schütte und Vitaly Schumick die etwas komplexeren Arbeiten an den Dreh- und Fräsmaschinen übernahmen, sägten, körnten  und bohrten die vier Schülerinnen an der Werkbank. Bis Ende Juni muss das technische Konzept an die Organisatoren abgegeben werden. Eine der letzten Aufgaben ist die Anpassung der Position von Gas- und Bremspedal an den Fahrer. Dieser darf am Tag des Rennens maximal neun Jahre alt sein und 20 Kg wiegen.